KSK in Gefahr – ePetition

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Das am 01.01.1983 in Kraft getretene Künstlersozialversicherungsgesetz (KSVG) bietet selbständigen Künstlern und Publizisten sozialen Schutz in der Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung.

Wie Arbeitnehmer zahlen Künstler nur etwa die Hälfte der Versicherungsbeiträge; den anderen Beitragsanteil trägt die Künstlersozialkasse. Die hierfür erforderlichen Mittel werden aus einem Zuschuss des Bundes (20%) und aus einer Abgabe der Unternehmen (30%) finanziert, die künstlerische und publizistische Leistungen verwerten (Künstlersozialabgabe).
Mit der Novelle zum Künstlersozialversicherungsgesetz 2007 übernahm die Deutsche Rentenversicherung die Aufgabe, Unternehmen auf ihre Abgabepflicht zu prüfen, mit erfreulichen Ergebnissen: Der Abgabesatz sank deutlich auf zwischenzeitlich 3,9% – aktuell ist er wieder auf 4,1% gestiegen.
Ursache für die erneute Steigerung der Unternehmensabgaben ist die fehlende Kontrolle der abgabepflichtigen Unternehmen. Die Künstlersozialabgabe wird – wie jede Abgabe – nur dann ordnungsgemäß gezahlt, wenn die Abführung regelmäßig geprüft wird. Genau hier ist aktuell aber ein Konflikt entstanden, weil die Deutsche Rentenversicherung (DRV) bzw. die Arbeitgeberverbände innerhalb der DRV für die Prüfkosten nicht mehr aufkommen wollen. Ein Gesetzesvorhaben, das die DRV zur Prüfung zwingen sollte, wurde in letzter Minute von arbeitgeberfreundlichen Akteuren der Regierungsparteien gekippt.
Der Deutsche Tonkünstlerverbandverband (DTKV) hat nunmehr eine Petition an den Deutschen Bundestag gerichtet: “Der Deutsche Bundestag möge die Deutsche Rentenversicherung gesetzlich dazu verpflichten, im Rahmen ihrer Betriebsprüfungen – spätestens alle vier Jahre – zu kontrollieren, ob die Unternehmen, die freischaffende Künstler und/oder freischaffende lehrende Künstler beschäftigen, ihrer Abgabeverpflichtung nach dem Künstlersozialversicherungsgesetz nachgekommen sind.“
Die Petition des DTKV zur Künstlersozialversicherung „Prüfung der Abgabepflicht zur Künstlersozialversicherung durch die Rentenversicherung“, eingereicht am 10.06.2013, ist seit dem 09. Juli 2013 als E-Petition unter folgendem Link online zu unterzeichnen:
Die Frist der Petition endet am 06.08.2013 um 23:59 Uhr – benötigt werden 50.000 Unterzeichner. Um die finanzielle Zukunft der KSK zu sichern, bitten wir auch euch, die Petition mitzuzeichnen!

Intro: Datenbank – ausgewählte Bilder

 

Intro-DB

 

Seit Jahresbeginn wurde die Intro: Bilddatenbank neu gestaltet, komplett mit neuen Bildern bestückt und steht nun nach einer Testphase vollständig zur Verfügung.

Intro: stellt Bilder für Verlage, PR- und Werbeagenturen, Kreative anderer Branchen zur Verfügung.

Gestalten Sie Ihre Magazine, Broschüren, Bücher und Webseiten mit unseren Bildern.

Wir zeigen Ihnen in verschiedenen Kollektionen, Bilder aus Stadt- und Naturlandschaften, von Menschen, Details und Ländern. Informativ, narrativ, assoziativ.

Grundrechte mit Füßen getreten

Um 6.55 Uhr klingelte es an der Tür von Björn Kietzmann. Ausgestattet mit einem Durchsuchungsbeschluss des Amtsgeriches Franktfurt / Main begehrten Polizisten Einlass, um seine Redaktionsräume zu durchsuchen und die Herausgabe von Fotos zu verlangen. Bundesweit erging es so sieben weiteren Fotografen.

Sie alle hatten am 31.3.2012 auf einer Anti-Kapitalismus-Demonstration in Frankfurt im Auftrag von u.a. Spiegel, taz, Frankfurter Rundschau und der DPA fotografiert. Auf dieser Demonstration wurde ein Polizist von Demonstranten verprügelt und ihm wurde eine Chemikalie ins Gesicht gesprüht. Die Staatsanwaltschaft erhofft sich von den heute beschlagnahmten Fotos Hinweise auf die Täter.

Dabei machte sich die Staaatsanwaltschaft selbst zum Täter – sie handelte grob rechtswidrig. Sie ließ geschützte Redaktionsräume durchsuchen und quittierte dies sogar (siehe Ausriss aus dem Beschlagnahmeprotokoll). 

Spätestens seit dem Cicero-Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 27.2.2007 muss jedem Richter und Staatsanwalt klar sein, dass Redaktionsräume von Journalisten einem besonderen Schutz unterliegen.

Danach stellt eine Durchsuchungsanordnung von Redaktionsräumen einen schwerwiegenden, verfassungswidrigen Eingriff in die im Artikel 5 Absatz 1 Satz 2 des Grundgesetzes verankerte Pressefreiheit dar.

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt, die die Durchsuchung bei acht Fotografen beantragt hat, behauptet, diese wären nicht als Pressefotografen tätig, sondern gehörten selbst der linksradikalen Szene an – eine mehr als dürftige Schutzbehauptung.

Woher die Staatsanwaltschaft allerdings wusste, wer diese Fotografen sind, verwundert. Google? Fotocredits im Spiegel, taz, Tagesspiegel oder FR? Zu einfach? Antworten wird eine Fortsetzungsfeststellungsklage gegen das Land Hessen bringen, die die Fotografen mit Unterstützung von FREELENS führen werden.

© Lutz Fischmann auf www.freelens.com 

Photokina Nachlese

Alle zwei Jahre Photokina. Das hab ich seit Jahren nicht verpasst und freue mich immer nach Köln zu kommen. Nicht nur weil Freunde in Messenähe wohnen und mich super beherbergen (Danke an Anne und Friedel). Es ist auch immer ein Treffpunkt für Kreative, Techniker und Inspirationsgeber.

Doch wo waren sie in diesem Jahr? Kreative und Profis wurde in Halle 4.1 hinten rechts in die Ecke gedrängt. Durch einen lichtschmutzverbreitenden Stand von PosterXXL hindurch mussten sich die Augen erst wieder an die Umgebung gewöhnen, bevor die Stände der FHs, Freelens und anderer Verbände zu erkennen waren. Ausstellungen wurden in den Hallen verborgen, kaum zu finden oder am Ende des Ganges, wo keiner wirklich durch will. Bei nervendem Lärm einer defekten Lüftung standen Hasselblad- und Fujipreiträger.

Außer… Leica. Eine Riesending, eine ganze Halle voller Bilder von historisch bis zeitgenössisch, von überflüssig bis wow. Da hat sich doch jemand richtig ins Zeug gelegt, um am Markt den Anteil zu vergrößern.

Dafür kam der Amateur, spärlich aber unaufhaltsam, erkennbar an möglichst großer Papiertasche mit bunten Bildern drauf. Durchforstete die Prospektberge und ging reichlich ernüchtert von dannen. Es gab nichts Neues unter der roten japanischen Kamerasonne. Weder bei Gehäusen, noch Druckern, noch Zubehör. Alles war wie immer, vielleicht dass Sony NEX von 24 auf 16 Megapixel runtergeht? Aber das machen andere schon länger (außer Nikon). Da sah man dann so manchen enttäuschten Herren mittleren Alters mit Bauch und Telekamerabody auf dem selben durch die Hallen irren. Warum nimmt man seine Kameraausrüstung zur Photokina mit? Sind das die Leute die Musik mit in die Disco bringen? Oder mit dem eigenen PKW über die IAA fahren?

Am Samstag gegen Mittag kam der Eindruck auf, jetzt kommen die Massen. Der Anschein hielt nur bis 15 Uhr, danach konnte man wieder durch die gesamte Halle zum Ausgang gucken. War nix mit Besucherandrang.

Nach drei Tagen am Freelensstand: auch der vermeintliche Profi hats nicht leicht. Da kommen Leute, lesen sich aufmerksam  zwei A4 Seiten mit Vorteilen und Leistungen des Berufsverbandes durch, klappen den Flyer zusammen, schauen mir tief in die Augen und fragen: Was hab ich denn von einer Mitgliedschaft?  Klar, ich wäre nicht Fotograf geworden und müsste 10 kg Kameratasche mit mir rumschleppen, wenn ich schreiben könnte. Aber denken ??

Es sind doch einige Mitglied geworden, die haben aber nicht gefragt, die wissen worauf es ankommt. Und dann noch die Kollegen, die uns gerne und mit viel Freude besuchten, Geschichten und von Projekten erzählten. Toll. Natürlich war auch die wirtschaftliche Lage Thema. Interessanterweise mit dem Tenor: jetzt fotografiere ich wieder das, was ich schon immer wollte. Wenn ich schon kein Geld verdiene soll es wenigsten Spaß machen.

Der erste Gesamteindruck: Die Kameraindustrie ist am Ende. Da passiert nichts mehr, es ist ausgereizt, zumindest das Digitale. Weder kleiner, noch größer, noch pixelmäßig ist da was zu reissen. Und Werbegeschenke gab es auch keine mehr.

Also kommen wir zurück zum Wesentlichen: geht wieder Fotografieren.

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Zukunft des Urheberrechts

Nun haben wir nächstes Jahr Bundestagswahl und alle möglichen Institutionen sind bemüht, sich dem Urheberrecht und natürlich vorrangig dem Künstler als solches anzunehmen.

Die SPD fing mit ihrem “Pakt mit der Kreativwirtschaft” im Rahmen ihres Zukunftskongresses Mitte September an. Frank-Walter habe bei Bier und gutem Essen den Sorgen der Kulturschaffenden zugehört und dann gesagt, macht mal Jungs, ich bin dabei. Und nun saßen sie da, die Jungs und wußten auch nicht so genau, was die Zukunft denn so alles bringen sollte. Frank-Walter heißt mit Nachnamen Steimeier und will Bundeskanzler werden. Gebauchpinselt saß es der Runde gegenüber und freute sich der Anerkennung als Kulkturschaffendenflüsterer. Sicher ist es eine tolle Errungenschaft der SPD die KSK eingeführt zu haben. Wenn aber die Mitglieder reihenweise rausfliegen, weil sie die Beiträge nicht mehr aufbringen können oder unter dem Mindestjahreseinkommen liegen, ist die Institution hinfällig. Aber man werde sich auch Einzelschicksalen der Kreativen annehmen. Die Sozialumfrage von Freelens 2009 ausgewertet, hatte noch keiner gesehen. Denn dort sind die Einzelschicksale als Gesamtpaket zu betrachten und belegen die Frage eines Autoren im AK, warum denn in Deutschland Kreativität immer mir Hartz IV gleichzusetzen wäre.


 

10 Tage später lud die Justizministerin L-S, FDP zum “Zukunftsforum Urheberrecht” in die Akademie der Künste zu Berlin. Dort war man von Anfang an konsequenter und ließ die Urheber erst gar nicht zu Wort kommen. Zwischenfragen oder Anmerkungen nicht erlaubt. Sitzen im Zuhörersaal und den Strategien und Forderungen der Verwerterindustrie lauschen. Schnell, unkompliziert und teuer die Werke der Urheber, also unsere, verkaufen. Das soll die Bundesregierung durchsetzen. Keine Schranken, keine Abmahnungen, keine Grenzen. Und natürlich angemessene Beteiligung der Urheber, klar. Was das bedeutet?? Keine Aussage. Aber wer läßt sich was wegnehmen, was er schon eingenommen hat. Und um es mal klar zu stellen, Google ist nicht schuld. Egal was jemanden einfällt, Google ist nicht schuld und auch nicht Youtube und außerdem sollte man mal die AGBs lesen.

Die Zukunft des Rechts der Urheber liegt in den Händen der Verwertungsindustrie. Sie profitieren von unseren Werken, egal was wir behaupten oder gerne hätten. Sie bestimmen, die angemessene Beteiligung und den Einkaufwert. Das sind die Forderungen der Industrie und die Zusagen der Bundespolitik.

Und danach sollten wir unsere Entscheidungen treffen. Zu verlieren haben wir nichts mehr.

 

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Martine Franck ist gestorben

Die Fotografin Martine Franck wurde am 2. April 1938 in Antwerpen geboren. Sie war Mitglied der FotoagenturMagnum Photos und Mitbegründerin der Fondation Henri-Cartier-Bresson.

Martine Franck war seit 1970 mit dem legendären Fotografen Henri Cartier-Bresson († 2004) verheiratet, einem der Gründer von Magnum Photos.

Als Präsidentin leitete sie die Fondation Henri-Cartier-Bresson und verwaltete unter anderem den Nachlass ihres Mannes und förderte andere Künstler.

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Martine Franck am 4.9.2009 vor ihren Bildern in der Ausstellung ‘Georgischer Frühling’ in Berlin © Rainer Steußloff/Intro

 

Pirat trifft Urheber

Selten kommen sich professionelle Urheber und Piraten so nahe wie am 21.6.12. Im Rahmen des Browse Fotofestivals diskutierten heute Simon Lange (Piraten) und Rainer Steußloff (Freelens) über Urheber- und Nutzungsrechte im digitalen Zeitalter.

Klare Differenzen in der Nutzungsfreigabe für Privat- und nicht kommerzielle Nutzer traten ebenso zutage wie die Erkenntnis, dass Fotografen eine völlig andere Verwertungsstruktur haben als Musiker und Schriftsteller.

Das zahlreich anwesende (Fach-) Publikum beteiligte sich rege an der Diskussion und sprach sich eindeutig gegen eine Privatfreigabe im Internet aus.

 

Auf dem Podium Simon Lange (l, Piraten), Kathrin Rönicke (Moderation) und Rainer Steußloff (r, Intro, Freelens).

 

Fotos: © David Ausserhofer

 

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Fotofestival Zingst

viele Open Air Ausstellungen im Ort, am Strand und Aktionen in der Stadt. Deshalb warscheinlich Umweltfotofestival…  Aber um 18:00 Uhr ist alles dicht. Also besser das Bier für den Abend mitnehmen. Ist eben doch ein Kurort ;-) Noch bis 3. Juni an der Ostsee.

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